Die meisten Stadtführungen laufen gleich ab: Der Guide erzählt, die Gruppe hört zu, und an Station vier schaltet die erste Person ab. Spielmechaniken ändern das. Nicht, indem sie die Geschichte ersetzen, sondern indem sie den Leuten zwischen den Stationen etwas zu tun geben.
Warum funktionieren gamifizierte Touren?
Menschen erinnern sich an das, was sie getan haben, nicht an das, was sie gehört haben. Eine Gruppe, die ein Detail an einer Fassade suchen muss, erinnert sich an diese Fassade. Eine Gruppe, die zur nächsten Station um die Wette läuft, erzählt beim Abendessen davon.
Spiele lösen außerdem ein praktisches Problem für Guides: gemischte Gruppen. Der Geschichtsfan und der gelangweilte Teenager haben beide eine Aufgabe.
Was kannst du bei einer Stadtführung gamifizieren?
Fang klein an. Such dir für deine nächste Tour drei davon aus:
- Detailsuche. Bevor du ein Gebäude erklärst, lass die Gruppe nach etwas Bestimmtem suchen: einer Jahreszahl, einem Wappen, einem geschnitzten Tier. Wer es zuerst findet, bekommt einen Punkt.
- Foto-Challenges. „Stellt diese alte Postkarte aus demselben Blickwinkel nach.“ An der nächsten Station vergleichen die Gruppen ihre Ergebnisse.
- Etappen auf Zeit. Gib den Teams zwischen zwei Stationen eine Route und ein Zeitlimit. Funktioniert gut auf geraden Straßen, nicht im Gedränge.
- Fragen vor Ort. Stell eine Frage, die man nur beantworten kann, wenn man mit jemandem im Laden spricht oder ein Schild in der Nähe liest.
- Eine Rangliste zum Schluss. Zähl die Punkte über die ganze Tour und kür an der letzten Station einen Gewinner. Kleiner Preis, große Wirkung.
Wie bleibt die Geschichte im Spiel erhalten?
Das Spiel ist der Aufhänger, der Inhalt bist du. Nutz jede Aufgabe als Einstieg: Die Gruppe findet den steinernen Löwen, dann erzählst du, warum er dort sitzt.
Halte Aufgaben unter drei Minuten. Wenn eine Aufgabe länger dauert als deine Erklärung, streich sie.
Brauchst du eine App?
Nein, für eine Gruppe reichen Papier und ein Punktezettel. Eine App hilft, wenn du dieselbe Tour für Besucher anbieten willst, die allein unterwegs sind, wenn Punkte automatisch gezählt werden sollen oder wenn die Leute weiterspielen sollen, nachdem du gegangen bist.
Mit Explorely baust du das als eigene Quest: Stationen auf der Karte setzen, an jeder eine Aufgabe hinzufügen, teilen. Spieler sammeln an jeder Station XP, erscheinen in einer Rangliste und können Freunde auf derselben Route herausfordern. Den Fußweg zwischen den Stationen berechnet der Routengenerator.
So richtest du deine erste Quest-Route ein
- Wähle 6 bis 10 Stationen, die du gut kennst, im Umkreis von etwa 3 km.
- Schreib pro Station eine Aufgabe, die unter drei Minuten dauert.
- Ergänze zu jeder Station einen kurzen Text: was es ist, warum es wichtig ist, ein überraschender Fakt.
- Lauf die Route selbst ab und stopp die Zeit.
- Teile sie mit deiner nächsten Gruppe und frag am Ende nach Feedback.
Nächster Schritt
Wenn du in einer Stadt Führungen machst und deine Route Reisenden zeigen willst, die die App schon nutzen, schau dir das City-Curator-Programm an. Oder lade Explorely herunter und probier zuerst eine bestehende Quest aus.